Am 01.06.2026 besuchte der Physikleistungskurs des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gießen die „Masterclass Hadronentherapie“ am II. Physikalischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Geleitet wurde die Masterclass Lara Dippel vom II. Physikalischen Institut und Anna Becker vom Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik der Technischen Hochschule Mittelhessen.
Am Vormittag erhielten die Schülerinnen und Schüler in einem einführenden Vortrag spannende Einblicke in die physikalischen Grundlagen moderner Strahlentherapie. Dabei wurden insbesondere die Wechselwirkungen verschiedener Teilchenarten mit Materie sowie zentrale Konzepte wie Energieverlust, Ionisation und der sogenannte Bragg-Peak thematisiert. Diese physikalischen Effekte bilden die Grundlage dafür, Tumorgewebe gezielt zu bestrahlen und gesundes Gewebe möglichst zu schonen.
Am Nachmittag stand die praktische Anwendung im Mittelpunkt: Mit dem Programm matRad entwickelten die Teilnehmenden eigenständig Bestrahlungspläne für einen simulierten Gehirntumor. Dabei untersuchten sie die Wirkung unterschiedlicher Strahlungsarten – Photonen, Protonen und Kohlenstoffionen – und optimierten Parameter wie die Strahlendosis und den Gantry-Winkel. Ziel war es, eine möglichst hohe Dosis im Tumor zu erreichen, während das umliegende Gewebe bestmöglich vor der Wirkung der Bestrahlung geschützt wird.
Die Masterclass des Netzwerk Teilchenwelt bot eine gelungene Verbindung von theoretischem Hintergrundwissen und praxisnaher Anwendung und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen authentischen Einblick in ein hochaktuelles Forschungs- und Anwendungsfeld der medizinischen Physik. Das Netzwerk Teilchenwelt ist ein bundesweites Verbundprojekt von Universitäten, Forschungsinstituten und dem CERN, das Jugendlichen und Lehrkräften aktuelle Teilchen‑ und Astroteilchenphysik „zum Anfassen“ zugänglich macht.



